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Elektromobilität Mitteldeutschland

News

Neue Stromtarife bei der EGG

15.02.2012
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Nach einem Beschluss der Bundesnetzagentur müssen seit 1. Januar Strom-Großverbraucher aus der Industrie keine Netznutzungsentgelte mehr zahlen. Die dadurch erwarteten Einnahmeausfälle im dreistelligen Millionenbereich werden auf Beschluss der Regierung auf die Stromtarife von Privat- und kleineren Gewerbekunden aufgeteilt. Die Folge: Einmal mehr sorgt eine neue staatliche Abgabe für steigende Strompreise.
In Gera steigen die Tarife für Privatkunden aufgrund dieser so genannten „Sonderkunden-Umlage“ ab April um 0,24 Cent je Kilowattstunde. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit 2000 Kilowattstunden Jahresverbrauch bedeutet dies monatliche Mehrkosten von 40 Cent, rechnet Rüdiger Erben vor. „Eine überschaubare Größe, aber das Prinzip ist ärgerlich“, so der Prokurist für Beschaffung und Vertrieb bei der Energieversorgung Gera (EGG). „Denn wieder einmal steigen die Strompreise für unsere Kunden, ohne dass die EGG darauf Einfluss nehmen könnte.“ Zuletzt musste das Unternehmen Anfang 2011 die Preise anheben, nachdem die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz deutlich gestiegen war. „Alle Spielräume, die sich unser Unternehmen durch eine effizientere Erzeugung, langfristige Beschaffung oder einen erfolgreichen Vertrieb schaffen könnte, werden durch solche staatlichen Eingriffe sofort wieder aufgefressen.“
Netzentgelte sind eine Art „Mautgebühr“, die der Stromversorger an die Betreiber von Strom- und auch Gasnetzen zahlen muss, weil er dessen Leitungen nutzt. Sie sind ein Bestandteil des Arbeitspreises. Betroffen von der Neuregelegung sind damit alle Endverbraucher, unabhängig davon, von welchem Anbieter sie ihren Strom beziehen. In den „Genuss“ der Rabatte oder Befreiung von den Netzentgelten kommen nach Schätzungen rund 520 Unternehmen, vornehmlich aus der Metall- und Chemieindustrie, die zusammen etwa 15% des deutschen Stroms verbrauchen.
Mit der neuen Umlage wird der Strompreis weiter mit staatlichen Steuern und Abgaben belastet. Schon im vergangenen Jahr war der Staatsanteil am Strompreis auf den Rekordstand von 46% geklettert. Über die Energietarife der Privatverbraucher fließen Stromsteuer, Abgaben für Erneuerbare Energien und zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, Konzessionsabgabe und Mehrwertsteuer ins Staatssäckel.