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Großprojekt im Nadelöhr
03.08.2010
Eine mitunter knifflige Aufgabe hat die Energieversorgung Gera GmbH (EGG) beim Bau der neuen Fernwärmeleitung zum Klinikum zu lösen: Denn die Rohre müssen unter äußerst beengten Platzverhältnissen oder an viel befahrenen Straßen in die Erde verlegt werden. Ab 2012 sollen sie das Klinikum mit Fernwärme auf der Basis von Heißwasser statt wie bisher auf der Basis von Wasserdampf versorgen: Ein Systemwechsel, der den Wartungsaufwand und die Transportverluste senken hilft (wir berichteten).
An drei Abschnitten gleichzeitig wird derzeit gebaut: In der Beethovenstraße, in der Dr.-Schomburg-Straße und auf dem Waldweg zwischen Vollersdorfer- und Schomburg-Straße. Gerade hier windet sich die Trasse für die neue Heißwasserleitung lang und schmal durch dichte Baumreihen, ist bei Materialanlieferung und Maschineneinsatz ein gewisses Improvisationsgeschick gefragt, weiß EGG-Projektleiter Daniel Winkler. Gemeinsam mit Wärme-Bereichsleiter Uwe Winefeld überzeugte er sich vom zügigen Ablauf der Baumaßnahmen. „Wir sind voll im Zeitplan, haben sogar noch etwas Puffer“, ist Winefeld zufrieden. Dass an drei Stellen gleichzeitig gebaut werde, habe für den Bauablauf große Vorteile, erläutert Winkler. „Denn die Tiefbauer, Rohrbauer und Monteure können die verschiedenen Arbeitsschritte besser koordinieren und zeitlich aufeinander abstimmen.“ Nur so ist der ehrgeizige Zeitplan, den ersten großen Bauabschnitt bis zur Winterpause zu beenden, zu halten. Dann pausiert der Trassenbau im kommenden Jahr. 2012 nach der Fertigstellung des Funktionsgebäudes 3 am SRH-Klinikum wird die Maßnahme fortgesetzt und die neuen Leitungen an das Klinikum angeschlossen; die jetzt vorhandenen Hochleitungen in dem Waldstück werden dann zurückgebaut.
Wo immer möglich, setze das Unternehmen auf unterirdische Fernwärmeleitungen, berichtet Daniel Winkler. Schließlich störten diese das Stadtbild nicht so sehr wie die „auf Stelzen“ verlegten Rohre. Dass mögliche Fehler trotzdem schnell gefunden und behoben werden können, ermöglicht die moderne Technik: Die neuen Fernwärmeleitungen bestehen aus einem Stahlrohr, das zur Isolation von einem „Schaummantel“ umschlossen und von Plastik umhüllt ist (rundes Foto). „In dem Schaum befinden sich Drähte zur Lecküberwachung: Sobald diese feucht werden, senden sie ein Fehlersignal und wir können schnell reagieren.“
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