Erdgas besteht hauptsächlich aus der Kohlenwasserstoffverbindung Methan (CH4). Der fossile Brennstoff entstand aus pflanzlichen oder tierischen Überresten, die sich vor Jahrmillionen auf dem Grund der Ozeane abgelagert haben. Durch chemisch-biologische Prozesse wurde das Material in gasförmige Kohlenwasserstoffe umgewandelt und nach oben gepresst. Erst undurchlässige Schichten (z. B. Ton) stoppten diese "Wanderung"; stattdessen speicherte poröses Gestein das Erdgas wie ein Schwamm das Wasser.
Erdgas ist auf dem Vormarsch: Deckte der Brennstoff 1965 gerade ein Prozent des deutschen Primärenergieverbrauchs, sind es aktuell bereits 22 Prozent - Tendenz steigend. Gerade in der Wohnraumbeheizung hat das Erdgas anderen fossilen Brennstoffen wie Öl oder Kohle längst den Rang abgelaufen. In fast jedem zweiten Haushalt wird inzwischen mit Gas geheizt.
Wir alle kennen den typischen Erdgas-Geruch und verbinden ihn mit Gefahr: Doch ist das Naturprodukt eigentlich völlig geruchlos. Der stechende Geruch wird bewusst erzeugt, damit Gas nicht unbemerkt austreten und explodieren kann. Dabei ist Erdgas eigentlich weit weniger gefährlich als das früher aus Kohle hergestellte Stadtgas. Denn während das giftige Stadtgas schwerer als Luft war und sich deshalb auf dem Boden sammelte, steigt das ungiftige Erdgas immer nach oben und vermischt sich dort schnell mit der Umgebungsluft. Ein Leck in einer Fernleitung unter freiem Himmel ist deshalb meist ungefährlich. Erst in geschlossenen Räumen kann bei einem Gasleck ein kleiner Funke für eine gefährliche Explosion ausreichen.
Das Beimischen eines Geruchsmittels wird Odorierung genannt. An den Gasübernahmestationen der Gera Netz GmbH wird das Odorat Tetrahydrothiophen (THT) beigemischt und so ein Geruch nach “faulen Eiern” erzeugt. Wer diesen Geruch in seinen vier Wänden wahrnimmt, sollte sofort lüften, die Räume verlassen, keine technischen Geräte oder andere Zündquellen bedienen und die Fachleute der EGG anrufen.
Die Höhe der Gaspreise bietet immer wieder Anlass zur Kritik. Doch haben Gasversorger wie die EGG im globalisierten Markt nur begrenzt Einfluss auf die Höhe der Tarife. So treibt der Rochstoffhunger boomender Volkswirtschaften wie China und Indien die Weltmarktpreise in die Höhe. Um diesem steigenden Energiebedarf gerecht zu werden, müssen auch Erdgasvorkommen an geograpfisch schwer zugänglichen Orten erschlossen werden - das erhöht die Förderkosten, was sich ebenfalls im Marktpreis niederschlägt. Das alles zusammen bedeutet höhere Gasbezugskosten für die Energieversorgung Gera GmbH.
Doch nicht nur der Weltmarkt und die steigenden Kosten für die Erdgasförderung sorgen für steigende Preise – auch der Fiskus trägt dazu bei. Mit insgesamt 28 Prozent machen verschiedene staatliche Abgaben und Gebühren deutlich über ein Viertel des Erdgas-Endpreises aus: die 2007 erhöhte Mehrwertsteuer, die Erdgassteuer, Konzessionsabgaben und die anteilige Förderabgabe. Mehrere Milliarden Euro Steuereinnahmen fließen so jedes Jahr an den Staat, bezahlt von den Erdgaskunden.