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Sauberer Brennstoff

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Was ist Erdgas?

Erdgas besteht hauptsächlich aus der Kohlenwasserstoffverbindung Methan (CH4). Der fossile Brennstoff entstand aus pflanzlichen oder tierischen Überresten, die sich vor  Jahrmillionen auf dem Grund der Ozeane abgelagert haben. Durch chemisch-biologische Prozesse wurde das Material in gasförmige Kohlenwasserstoffe umgewandelt und nach oben gepresst. Erst undurchlässige Schichten (z. B. Ton) stoppten diese "Wanderung"; stattdessen speicherte poröses Gestein das Erdgas wie ein Schwamm das Wasser.

Inzwischen befinden sich die Erdgaslagerstätten in 1000 bis 12 000 Metern Tiefe. Das Naturgas wird auf dem Land (Onshore) und vor der Küste (Offshore) gefördert. Nur knapp ein Fünftel unseres Erdgasaufkommens stammt direkt aus Deutschland; der Rest kommt über unterirdische Leitungen vor allem aus Russland, Norwegen und den Niederlanden bis zu uns. Insgesamt 375 000 Kilometer Pipeline durchziehen als unsichtbares Transportnetz das Land, Verkehrswege und die Landschaft bleiben davon unbeeinträchtigt.

Brennstoff auf dem Vormarsch

Erdgas ist auf dem Vormarsch: Deckte der Brennstoff 1965 gerade ein Prozent des deutschen Primärenergieverbrauchs, sind es aktuell bereits 22 Prozent - Tendenz steigend. Gerade in der Wohnraumbeheizung hat das Erdgas anderen fossilen Brennstoffen wie Öl oder Kohle längst den Rang abgelaufen. In fast jedem zweiten Haushalt wird inzwischen mit Gas geheizt.

Viele Vorteile sprechen für das Naturprodukt: So steht es per Hausanschluss rund um die Uhr ohne Vorratshaltung zur Verfügung und ist trotz der Bindung an den Rohölpreis weiterhin einer der preiswertesten Energieträger. Und auch der Klimaschutzaspekt spricht fürs Erdgas: Als Primärenergieträger wird es nahezu „unbearbeitet“ verwendet, so dass anders als bei der Raffination von Erdöl keine Schadstoffe entstehen. Und auch die Verbrennung ist eine saubere Sache: Nahezu feinstaubfrei, mit deutlich geringerem Ausstoß von Schwefel oder Stickoxid sowie mit dem geringsten Kohlendioxidausstoß aller fossilen Brennstoffe belastet Erdgas die Umwelt nur halb so stark wie etwa Öl und Kohle.

Anrüchige Vorsichtsmaßnahme

Wir alle kennen den typischen Erdgas-Geruch und verbinden ihn mit Gefahr: Doch ist das Naturprodukt eigentlich völlig geruchlos. Der stechende Geruch wird bewusst erzeugt, damit Gas nicht unbemerkt austreten und explodieren kann. 

Dabei ist Erdgas eigentlich weit weniger gefährlich als das früher aus Kohle hergestellte Stadtgas. Denn während das giftige Stadtgas schwerer als Luft war und sich deshalb auf dem Boden sammelte, steigt das ungiftige Erdgas immer nach oben und vermischt sich dort schnell mit der Umgebungsluft. Ein Leck in einer Fernleitung unter freiem Himmel ist deshalb meist ungefährlich. Erst in geschlossenen Räumen kann bei einem Gasleck ein kleiner Funke für eine gefährliche Explosion ausreichen.

Das Beimischen eines Geruchsmittels wird Odorierung genannt. An den Gasübernahmestationen der Gera Netz GmbH wird das Odorat Tetrahydrothiophen (THT) beigemischt und so ein Geruch nach “faulen Eiern” erzeugt. Wer diesen Geruch in seinen vier Wänden wahrnimmt, sollte sofort lüften, die Räume verlassen, keine technischen Geräte oder andere Zündquellen bedienen und die Fachleute der EGG anrufen.

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Die Höhe der Gaspreise bietet immer wieder Anlass zur Kritik. Doch haben Gasversorger wie die EGG im globalisierten Markt nur begrenzt Einfluss auf die Höhe der Tarife. So treibt der Rochstoffhunger boomender Volkswirtschaften wie China und Indien die Weltmarktpreise in die Höhe. Um diesem steigenden Energiebedarf gerecht zu werden, müssen auch Erdgasvorkommen an geograpfisch schwer zugänglichen Orten erschlossen werden - das erhöht die Förderkosten, was sich ebenfalls im Marktpreis niederschlägt. Das alles zusammen bedeutet höhere Gasbezugskosten für die Energieversorgung Gera GmbH.

Doch nicht nur der Weltmarkt und die steigenden Kosten für die Erdgasförderung sorgen für steigende Preise – auch der Fiskus trägt dazu bei. Mit insgesamt 28 Prozent machen verschiedene staatliche Abgaben und Gebühren deutlich über ein Viertel des Erdgas-Endpreises aus: die 2007 erhöhte Mehrwertsteuer, die Erdgassteuer, Konzessionsabgaben und die anteilige Förderabgabe. Mehrere Milliarden Euro Steuereinnahmen fließen so jedes Jahr an den Staat, bezahlt von den Erdgaskunden.