Seit März 2005 setzt die Energieversorgung Gera GmbH (EGG) auf die umweltfreundliche Kraftstoff-Alternative Erdgas. An der Total-Tankstelle in der Leibnizstraße 74 in Gera betreibt die EGG ihre eigene Erdgas-Zapfsäule, wo der umlwetfreundliche Kraftstoff für Jedermann zu haben ist. Der Fuhrpark der Energieversorgung Gera wird seit 2005 auf erdgasbetriebene Fahrzeuge umgestellt, gleichzeitig rüstete der benachbarte Regionalverkehr Gera-Land (RVG) seine Busse mit Erdgasantrieben aus. So entstand die Erdgas-Zapfsäule in der Leibnizstraße als Gemeinschaftsprojekt von EGG und RVG. Zudem setzen immer mehr Unternehmen mit ihrem Firmenfuhrpark auf den günstigen und umweltfreundlichen Kraftstoff, so dass die EGG eine steigende Nachfrage verzeichnen kann. Insbesondere Privatnutzer werden mit den anhaltend hohen Spritkosten auf die Alternative Erdgas aufmerksam. Die EGG selbst hat mit ihren zur Zeit 20 Erdgasfahrzeugen, die sie als Dienstwagen beispielsweise für Monteure und Vertriebsmitarbeiter einsetzt, sehr gute Erfahrungen gemacht.
Preisgünstig, umweltschonend, sicher – Erdgas ist der Kraftstoff der Zukunft. Erdgas zu fahren, heißt fahren mit dem "grünen Daumen". Denn die Autos stoßen weder Rußpartikel noch Schwefel aus, was gegenüber Benzin und Diesel einer Schadstoffreduzierung von bis zu 80 Prozent entspricht. Und auch die geplanten und teilweise schon eingerichteten Umweltzonen sind für Erdgasautos kein Thema: Denn in deren Abgasen findet sich keinerlei Feinstaub. Diese Argumente erkennt auch die Politik an - so hat die Bundesregierung erst 2007 bekräftigt, dass der reduzierte Mineralölsteuersatz für den alternativen Treibstoff bis 2018 weiter gelten wird.
Die Treibstoffkosten für Erdgas sind gegenüber Benzin- oder Dieselfahrzeugen deutlich geringer. Der Erdgaspreis wird in Kilogramm angegeben, was den Vergleich zum Literpreis von Benzin und Diesel, aber auch zum ebenfalls in Litern verkauften Autogas erschwert. Doch enthält ein Kilogramm Erdgas genauso viel Energie wie 1,5 Liter Otto-Kraftstoff oder 1,3 Liter Diesel. So ist davon auszugehen, dass Erdgaspiloten im Vergleich zu Super oder Benzin etwa die Hälfte und im Vergleich zum Diesel ein Drittel an Treibstoffkosten einsparen können. So amortisieren sich die höheren Anschaffungskosten für die Erdgasfahrzeuge schon ab einer Fahrleistung von 20 000 Kilometern im Jahr. Zudem erhalten Erdgasfahrer bei einigen Anbietern günstigere Versicherungskonditionen.
Begriffliche Verwirrung herrscht zwischen den Alternativtreibstoffen Erdgas- und Autogas. So fristet das Naturprodukt Erdgas im Vergleich zum industriell hergestellten Autogas (Flüssiggas, LPG, "liquid petroleum gas") zu Unrecht ein Schattendasein. Denn sowohl beim Preis als auch in Sachen Umweltschutz hat das Erdgas eigentlich die Nase vorn. Einzig die Tatsache, dass an den Tankstellen Erdgas per Kilo und das flüssige Autogas per Liter verkauft wird, macht Preisvergleiche für den Verbraucher schwierig. Reichweitenstudien haben aber gezeigt, dass Treibstoff im Wert von zehn Euro ein Erdgasauto 33 Kilometer weiter bringt als ein Flüssiggasauto. Und auch die Umweltbilanz spricht fürs Erdgas: Denn bei der Verbrennung des mehrheitlich aus Methan bestehenden Erdgases wird weitaus weniger klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt als bei der Verbrennung von aus Propan und Butan bestehendem Autogas.
Im Zuge der Diskussion um den Klimawandel und die gleichzeitig hohen Ölpreise setzen immer mehr Fahrzeughersteller auf Kraftstoffalternativen. So ist die Palette der serienmäßig mit Erdgasantrieb ausgestatteten Personenwagen und Nutzfahrzeugen in den vergangenen Monaten stark gewachsen. Erkundigen Sie sich dazu bei ihrem Fachhändler. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit, Ihrem benzinbetriebenen Fahrzeug einen Erdgasantrieb nachzurüsten. Die Amortisation hängt davon ab, wie alt das Auto ist, was die Erweiterung kostet und welche Fahrleistung Sie erwarten. Da die meisten Autos parallel einen Benzintank behalten, geht diese Nachrüstung meist mit einem Platzverlust im Kofferraum einher, wo der Gastank untergebracht wird. Die Kosten für die Nachrüstung schwanken stark, lassen Sie sich hierzu unbedingt beraten und beachten Sie, dass Ihr Auto nach der Umrüstung vom TÜV abnehmen lassen müssen.
In der Anwendung und im Fahrverhalten sind Erdgasautos nicht von "herkömmlichen" zu unterscheiden. Komfortverluste oder ähnliches sind nicht zu befürchten und auch Sicherheitsbedenken sind fehl am Platze: Erdgas ist schwerer entzündlich als Benzin oder Diesel und selbst bei einem Unfall ist die Explosionsgefahr nicht höher als bei anderen Antrieben.