Physikalisch gesehen, ist Strom die Bewegung von Elektronen in einem leitenden Material. Ausgelöst wird diese Bewegung durch Spannung. Spannung entsteht, wenn an einem Ende des Leiters Elektronenüberschuss (=elektrisch negativ) und am anderen Ende Elektronenmangel (=elektrisch positiv) herrscht. Nutzbar wird diese "Wanderungsbewegung" der Teilchen aber erst, wenn sich am Ende dieser Leitungskette ein Verbraucher (ein Widerstand) befindet und außerdem für einen Rückfluss der Teilchen zu ihrer Quelle gesorgt ist. Auf dem Weg durch diesen Stromkreis und vor allem auf dem Weg "durch" die Verbraucher, geht den Teilchen durch Schwingung, Wärme oder Licht Energie verloren - wir sprechen vom Stromverbrauch.
Wichtige Kenngrößen des elektrischen Stroms sind die Stromstärke in Ampere (A) und die Spannung in Volt (V). Während die Stromstärke angibt, wieviele Elektronen in einer bestimmten Zeit durch den Leiter wandern, beschreibt die Spannung, wie schnell sie dies tun - abhängig vom Ladungsunterschied zwischen den Polen. Das Ganze ähnelt einem Wasserrohr: Die Stromstärke gibt den Wasserdurchfluss pro Zeiteinheit an, die Spannung den Wasserdruck. Egal wie hoch die anliegende Spannung (der Wasserdruck) ist, ohne Abnehmer (geöffneten Wasserhahn) fließt kein Strom. Aber auch bei geringem Druck (Spannung) kann in einem breiten Rohr viel Wasser (Stromstärke) fließen. Aus Wassermenge (Stromstärke) und Wasserdruck (Spannung) ergibt sich die gebräuchlichste Strom-Kenngröße: Die Leistung in Watt (W) oder Kilowatt (1000 Watt). Um im Bild zu bleiben: Sie gibt an, wie weit der Wasserhahn am Ende der Leitung geöffnet ist.
Die Leistung von Elektrogeräten informiert darüber, wieviel Strom aufgenommen wird, damit die Stromsparlampe leuchtet (11 Watt) oder ein Tauchsieder heizt (1000 Watt). Je nachdem, wie lange die Geräte arbeiten, ergibt sich die für die Stromrechnung ausschlaggebende Kilowattstunde (kWh): Wenn ein Gerät mit 1000 Watt Leistung genau eine Stunde arbeitet, verbraucht es eine Kilowattstunde Strom.
Der Strommarkt in Deutschland ist seit 1998 liberalisiert. Das heißt: Praktisch jeder kann Strom produzieren und an Kunden verkaufen. Umgekehrt kann jeder Kunde seinen Stromanbieter frei wählen und ist nicht mehr verpflichtet, den örtlichen Versorger zu beauftragen. In der Folge brachten zahlreiche Anbieter neue Stromtarife auf den Markt. Gleichzeitig kann die Energieversorgung Gera GmbH (EGG) seitdem ihre Produkte auch außerhalb Geras anbieten, was sie mit großem Erfolg tut.
Dies wurde vor allem möglich, weil die Stromnetze nun allen Anbietern gleichermaßen zur Nutzung zur Verfügung stehen müssen. Das heißt: Die Besitzer von Stromleitungen müssen auch den Strom ihrer Konkurrenten bis zum Endkunden transportieren. In Gera gehören die Leitungen der GeraNetz GmbH. Die Energieversorgung Gera GmbH (EGG) zahlt - wie alle anderen Stromanbieter auch - für den Transport des EGG-Stroms an die Kunden staatlich kontrollierte Netznutzungsentgelte.
Etwa 60 Prozent der Stromkosten machen Erzeugung, Transport und Vertrieb aus. Die restlichen rund 40 Prozent sind staatliche Steuern und Abgaben. Ohne die staatlichen Lasten, die seit 1998 stark gestiegen sind, wären die Bruttostrompreise für die Haushalte heute um zwölf Prozent niedriger als zu Beginn des Wettbewerbs im Strommarkt. Rund ein Drittel des Endkundenpreises errechnet sich aus den Entgelten für die Nutzung des Stromnetzes. Die Netzbetreiber können diese Netzentgelte nicht willkürlich festsetzen. Die staatliche Bundesnetzagentur überprüft die Netzentgelte. Nur rund 20 Prozent des Endkundenpreises sind abhängig vom Vertrieb und vom Großhandelsmarkt.