Mit 300 bis 400 kWh Stunden jährlich schlägt der Elektroherd in der Stromrechnung einer dreiköpfigen Familie zu Buche; Grund genug, sich auch hier sparsam zu verhalten. Herde mit gusseisernen Platten sind am gebräuchlichsten, auch weil sie in der Anschaffung die preiswertesten Modelle sind. Beim Kauf lohnt es sich aber, auf den Stromverbrauch zu achten. Darüberhinaus lässt sich der Energiehunger der Geräte durch das eigene Verhalten senken. Das verwendete Kochgeschirr sollte einen ebenen und sauberen Boden haben und so klein wie möglich sein. Achten Sie auf die Herdplattengröße: Ist der Topf nur drei Zentimeter kleiner als die Platte, gehen 30 Prozent Energie ungenutzt verloren. Auch sollten Sie stets einen gut schließenden Deckel verwenden, das spart drei Viertel an Energie ein. Und: Je weniger Wasser im Topf ist, umso weniger Strom sind für Kartoffeln & Co. nötig. Für Speisen mit langen Garzeiten spart ein Dampfkochtopf Zeit und bis zu 40 Prozent Energie. Auch das rechtzeitige Drosseln der Energie nach dem Aufkochen und das Abschalten der gusseisernen Platten etwa zehn Minuten vor Garzeitende hilft Kosten zu sparen. Schließlich gibt eine Herdplatte noch bis zu 20 Minuten nach dem Abschalten Wärme ab.
Kochen auf Gasherden ist die preiswerteste Variante. Im Vergleich zu elektrischen Geräten lassen sich jährlich 50 Euro an Energiekosten sparen, das sind in zehn Jahren immerhin 500 Euro. Und: Je öfter Sie kochen, umso höher ist die Ersparnis. Neben den geringeren Kosten sprechen auch die Kocheigenschaften für die „blaue Flamme": Die Kochtemperatur lässt sich schnell und stufenlos regeln, Aufwärmzeiten und Energieverluste durch Restwärme gibt es nicht. Und auch wer den Umgang mit offenen Flammen scheut: Automatische Zündeinrichtungen sorgen inzwischen für ein Höchstmaß an Sicherheit. Hinzu kommt ein Umweltschutzaspekt: Da Erdgas als „Naturprodukt" in „Reinform" verwendet wird, fallen anders als beim Strom im Produktionsprozess keine Schadstoffe oder CO2 an.
Unter den Elektroherden ist der Induktionsherd mit Abstand am energieeffizientesten, mithalten kann hier nur der Gasherd. Um 1,5 Liter Wasser zum Kochen zu bringen, verbraucht ein Induktionsherd ein Drittel weniger Strom als ein Herd mit gusseisernen Platten, beim Erwärmen und Warmhalten sogar 40 Prozent weniger.
Grund ist das Prinzip des Induktionsherdes: Eine stromdurchflossene Spule in der Glaskeramikplatte erzeugt elektromagnetische Wellen, die direkt den Topf erwärmen, nicht erst die Platte. Das spart Vorwärmzeit, die Hitze ist schnell und genau dosierbar. Und: Die Platte wird nicht heiß. Einziger Nachteil: Die Geräte sind recht teuer, zudem sind spezielle Kochgeschirre erforderlich. Obwohl alle stromleitenden Metalltöpfe geeignet sind, erwärmen sich nur ferromagnetische Topfböden optimal. Nicht leitende Materialien wie Glas sind gar nicht geeignet. Für vorhandene Töpfe genügt ein einfacher Test: Bleibt ein Magnet am Boden hängen, ist er geeignet.
Ein Elektro-Backofen ist in fast jeder Küche zu finden, allerdings lohnt sich sein Gebrauch erst bei größeren Mengen: Zwei Brötchen knuspert man besser mit dem Toaster auf. Im Umluftbetrieb arbeitet die Röhre bedeutend sparsamer als mit Ober- und Unterhitze: Ein Vorheizen ist hier nicht nötig, die Temperatur kann um 15 bis 20 Grad reduziert werden und durch die gleichmäßige Verteilung der Hitze garen sogar mehrere Bleche gleichzeitig. Nicht nur beim Umluftherd besonders wichtig: Öffnen Sie die Backofentür nur selten, damit die Hitze in der Röhre verbleibt.
Auch beim Backen mit Unter- und Oberhitze ist ein Vorheizen höchstens bei sehr empfindlichem Gargut, etwa beim Blätterteig oder einem Soufflé, nötig. Viele Rezepte fordern eine vorgeheizte Röhre, um eine konkrete Garzeit angeben zu können. Wer auch so erkennt, ob Kuchen oder Braten fertig sind, kann darauf getrost verzichten. Wenn Sie den Ofen etwa zehn Minuten vor Garzeitende abschalten, nutzen Sie die Restwärme optimal aus.
Vor allem Singles sollten in der Küche auf Elektrokleingeräte setzen. Denn Herd und Backofen sind für kleinere Portionen einfach zu ineffizient. Zum Erwärmen von Wasser eignet sich ein Wasserkocher besser. Um einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen, braucht der 100 Wh, ein Elektroherd 150 Wh. Wichtig: Füllen Sie nur so viel Wasser in das Gerät, wie Sie tatsächlich brauchen. Auch das spart Energie. Bei Flüssigkeiten unter einem halben Liter ist die Mikrowelle sogar noch effektiver. Abzuraten ist von Espresso-Bereitern für den Herd, Kaffeeautomaten sind eindeutig energiesparender. Bei Maschinen für Filterkaffee sind jene mit Thermoskanne und automatischer Abschaltung zu bevorzugen. Gehen doch zwei Drittel des Energiebedarfs der Geräte auf das Konto der Wärmeplatte. Auch andere „Spezialgeräte", etwa der Eierkocher, sind energiesparender als eine Zubereitung auf der Herdplatte. Aufbacken mit dem Brötchenaufsatz des Toasters spart - bei kleinen Mengen - bis zu 70 Prozent Energie im Vergleich zum Backofen.
Das Prinzip der Mikrowelle ist einfach: Elektromagnetische Wellen erzeugen direkt in den Lebensmitteln Schwingungen und damit Reibungswärme - ohne den Umweg über Kochplatte und Topf. Doch die damit verbundene Zeit- und Energieersparnis gilt nur bedingt. Da die Wellen nur vier Zentimeter tief eindringen, ist die Mikrowelle vor allem für flaches Gargut geeignet. Regelmäßiges Umrühren der Speisen sorgt für eine bessere Wärmeverteilung. Generell ist die Mikrowelle vor allem zum Garen kleiner Portionen (höchstens 400 Gramm) und zum Erwärmen bereits fertiger Speisen zu empfehlen. Beim Garen von mehr als zwei Portionen braucht die Mikrowelle mehr Energie als eine herkömmliche Kochplatte und ab vier Portionen ist auch noch der Zeitgewinn dahin.
Schneidet die Mikrowelle beim Erwärmen von bis zu einem halben Liter Flüssigkeit besser ab, braucht sie beim Kochen von Nudeln oder Reis 80 Prozent mehr Energie als die Herdplatte, da auch hier erst das Wasser und dann der Reis erwärmt und am Kochen gehalten werden muss. Wer mit Gas kocht, kann auf die Mikrowelle ganz verzichten, da die „blaue Flamme" rund ein Drittel weniger Energie als die schnelle Welle verbraucht. Auch zum Auftauen ist die Mikrowelle nur bei flachem Gefriergut und bei häufigem „Wenden" zu empfehlen. Energiesparender ist es, die Tiefkühlkost zeitig aus der Truhe zu nehmen, im Kühlschrank aufzutauen und die „Kälteabgabe" mit zu nutzen.
20 bis 30 Prozent des Stromverbrauchs im Haushalt gehen auf das Konto von Kühl- und Gefriergeräten, schließlich laufen diese rund um die Uhr. Ältere Modelle sind oft echte Stromfresser. Bei der Entscheidung für ein neues Gerät sind eigentlich nur noch jene mit Effizienzklasse A oder besser (A+, A++) zu empfehlen, da angesichts des technischen Fortschritts Modelle der Klasse B oder C schon die „Schlechtesten" sind. Achten Sie auf die Größe Ihrer Kühlgeräte, um nicht unnütz Energie zu verbrauchen. So gelten bei Kühlschränken 60 Liter Nutzinhalt pro Person als angemessen. Bei Gefriertruhen reichen 50 bis 80 Liter pro Kopf aus, sofern durch Gemüseanbau oder Tierhaltung keine größere Vorratshaltung geplant ist. Grundsätzlich ist die Gefriertruhe dem Gefrierschrank vorzuziehen, da beim Öffnen der Tür nicht so viel Kälte entweicht. Darüberhinaus gehören Kühlgeräte an einen kühlen Ort, nicht neben Heizung, Herd oder Geschirrspüler. Lebensmittel sollten auf Zimmertemperatur abgekühlt und verschlossen gelagert werden, weil austretende Flüssigkeit zur Reifbildung an den Wänden führt. Regelmäßiges Abtauen senkt ebenfalls den Verbrauch. Stellen Sie die Temperatur auf +7 Grad im Kühlschrank und -18 Grad in der Gefriertruhe ein, das ist völlig ausreichend, denn jedes weitere Grad erhöht den Verbrauch um zehn Prozent. Und noch etwas: Ein gut sortierter Kühlschrank senkt ebenfalls die Energiekosten, durch langes Suchen bei offener Tür entweicht viel kalte Luft, die anschließend wieder abgekühlt werden muss.