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Geschichte

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Geschichte
Anfänge
Anfang des 20. Jahrhunderts
Entwicklung in der DDR-Zeit
Neuanfang nach der Wende

Anfänge

Obwohl erst 1991 gegründet, blickt die Energieversorgung Gera GmbH (EGG) auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück. Diese begann Anfang 1852, als die Gasbeleuchtungs-AG Gera gegründet wurde und eine erste Gasanstalt in der Friedericistraße errichtete. Bereits an Heiligabend 1852 sorgte das Werk für erstmals in Gasbeleuchtung hell erstrahlende Straßen - ein Ereignis für die damalige Zeit. Schloss die AG noch 1855 einen Gasversorgungsvertrag mit der Stadt über 25 Jahre, kaufte die Kommune schon 1877 die Gasanstalt. Fortan war die „Städtische Gasanstalt in Gera" für die Stadtbeleuchtung zuständig. Doch reichte die Kapazität des Werkes schon bald nicht mehr aus und 1912 wurde ein Neubau in Tinz beschlossen, der 1921 endlich begonnen und 1923 abgeschlossen werden konnte. Nach dem Gas ließ auch der elektrische Strom in Gera nicht mehr lange auf sich warten. Ab Ende Oktober 1854 leuchtete in der Jahrschen Maschinenfabrik zunächst ein einzelner Lichtstrahl. Die erste elektrische Anlage nahm kurz darauf der Textilfabrikant Louis Hirsch in seiner Färberei in Betrieb. Das erste „Kraftwerk" der Stadt geht zurück auf die Gründung der Geraer Straßenbahn AG 1891. Diese baute von der Zentralstation in der Amthorstraße 2 aus ein Licht- und Kraftversorgungsnetz für die Straßenbahn. In der Amthorstraße arbeiteten zunächst je drei Dampfkessel und Dampfmaschinen sowie sechs Dynamomaschinen. Schon am Neujahrstag 1892 lieferten sie den ersten Strom ins öffentliche Netz mit damals etwa 90 Abnehmern. Zur Jungfernfahrt der „Elektrischen" am 22. Februar 1892 verfügte Gera über ein elektrifiziertes Streckennetz von fast neun Kilometern auf zwei Linien. Nach Halle war Gera die zweite Stadt Deutschlands mit einer elektrischen Straßenbahn.


Anfang des 20. Jahrhunderts

Geras Energieversorgung erlebte in der Folge eine dynamische Entwicklung mit immer neuen Strukturen. 1895 gründeten sich die Stadtwerke Gera. In dieser Zeit wurde die Zentralstation erweitert (1905), das Kraftwerk Neue Straße in Betrieb genommen (1908) und mit steigender Nachfrage nach Elektrizität stetig erweitert. 1912 übernahm die Sächsische Straßenbahn AG Plauen das Aktienkapital der Stadtwerke und fortan firmierte das Unternehmen als Geraer Elektrizitätswerk- und Straßenbahn AG. In einem Vertrag mit der Stadt Gera sicherte sich die Gesellschaft ein Versorgungsmonopol bis 1930. Im Gegenzug erhielt die Kommune die Option, das Unternehmen danach im Fünf-Jahres-Rhythmus kaufen zu können.
Ab 1927 firmierte die Gesellschaft als Kraftwerk und Straßenbahn AG. Die Stadt brachte in die neue Gesellschaft das Elektrizitätswerk Untermhaus ein und erhielt im Gegenzug ein Viertel des Aktienkapitals. Als ab Ende 1932 der Strom vom Thüringenwerk in Weimar nach Gera kam, wurde das eigene Kraftwerk vom Netz genommen. Als stille Reserve blieb es aber weiterhin einsatzbereit und wurde mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wieder aktiviert. Ebenfalls 1939 nahm das neue Umspannwerk im Süden der Stadt seinen Betrieb auf; parallel begann der Ausbau des Fernheizungsnetzes.


Entwicklung in der DDR-Zeit

Lange verschont geblieben, ging der Zweite Weltkrieg letztlich doch nicht spurlos an Geras Versorgungsanlagen vorbei. Kurz vor Kriegsende beschädigten Luftangriffe das Kraftwerk erheblich. Und am 1. Juli 1945 - dem Tag des Abzuges der amerikanischen Besatzungstruppen - zerstörte ein explodierender Güterzug auch das 1923 errichtete Gaswerk Tinz. Nach dem Krieg wurde zunächst das Gaswerk zügig wieder aufgebaut und im Oktober 1946 wieder in Betrieb genommen. Erst Ende Juni 1973 stellte es seinen Betrieb ein; Gera wurde fortan per Fernleitung mit Gas versorgt.
Das Kraftwerk Tinz wurde 1948 dem neu gebildeten Energiebezirk Süd zugeschlagen und die damit enteignete Kraftwerk und Straßenbahn AG als Volkseigentum in das Kommunalwirtschaftsunternehmen der Stadt übernommen. Bereits 1949 wurde die Straßenbahn-Sparte dort wieder herausgelöst, 1951 das Kommunalunternehmen ganz aufgelöst. In der DDR wechselten die „Dienstherren" des Kraftwerks Tinz vielfach. Zuletzt gehörte die Anlage zum VEB Energiekombinat Gera mit Sitz in Jena. Zwischen 1958 und 1960 wurde das Heizkraftwerk Süd gebaut, das 1966 in Betrieb ging. Ihm folgte zwischen 1976 und 1982 das Gasturbinen- und Heizkraftwerk Nord. Ursprünglich auf Erdölbasis betrieben, wurde es vor dem Hintergrund der Ölkrise auf Rohbraunkohle umgestellt und belastete damit die Umwelt sehr viel schwerer als geplant. Angesichts des immer knappen Benzins in der DDR erlebte die Straßenbahn unterdessen ihren zweiten Frühling.


Neuanfang nach der Wende

Nach der Wende standen alle diese Unternehmen vor einem Neuanfang. Am 25. Oktober 1990 beschloss der Stadtrat die Neugründung der Stadtwerke Gera AG (SWG), die 1991 erfolgte. Neben der Stadt beteiligte sich die Hessische Elektrizitäts- AG (HEAG) aus Darmstadt zu 26 Prozent an der SWG. Ebenfalls 1991 wurde die Energieversorgung Gera GmbH (EGG) gegründet, im Juni 1993 die Kraftwerke Gera GmbH (KWG) sowie 1998 die INFRASERV Dienstleistungen Gera GmbH. 1999 übernahm die Kommune die Anteile der HEAG an den Stadtwerken und wurde damit alleinige Gesellschafterin. Die Darmstädter erhielten Anteile an der EGG und der KWG. Gleichzeitig verschmolz die EGG mit der Gasversorgung Gera GmbH (GVG). Am 1. Juli 1996 ging nach nur 15 Monaten Bauzeit das moderne Gas- und Dampfturbinenheizkraftwerk Gera-Nord in Betrieb und löste das mit Braunkohle befeuerte Heizkraftwerk Süd und das Heizkraftwerk Nord ab. Wenig später entstand an der B92 das Spitzenlastheizwerk Gera-Süd. 1998 weihte die Energieversorgung Gera an der Umformerstation Brückenstraße eine moderne Dampfstrahlkältemaschine ein und erweiterte ihr Angebotsspektrum von Strom, Gas und Fernwärme um den Geschäftszweig Fernkälte. Seit Januar 2002 hält die GDF Suez Energie Deutschland AG* 49,9 Prozent der Anteile an der EGG sowie an der KWG. 2005 wurde die Infraserv Dienstleistungen GmbH mit der EGG verschmolzen. Ebenfalls 2005 wurde die GeraNetz GmbH gegründet, die als Netzbetreiber für das Gas- und Stromnetz in Gera fungiert und dafür die Netze von der EGG gepachtet hat.

* bis Februar 2009: Electrabel Deutschland AG